Thomas Melle hat alles erlebt: Manische Kaufräusche. Messiasfantasien. Und den Absturz in die Schuldenfalle. Er leidet an bipolarer Störung. Nun beschreibt er sein Leben in einem Buch. Ein Interview.

Artikel aus „Die Welt“

Es gibt Momente, in denen wir uns selbst überraschen: Im Verhalten oder Sprechen; hinterher sind wir entweder stolz oder sehr beschämt. Wie muss das sein, wenn die Phasen des Sich-selbst-Überraschens Monate dauern, Jahre? Wenn die Überraschung fundamental ist? Wenn man sich für den Messias halten würde? Wenn man sicher wäre, Sex mit Madonna gehabt zu haben? Der SchriftstellerThomas Melle (41) durchlitt dreimal den rotierenden Höhenflug der Manie, dreimal erwachte er im Abgrund der Depression. Was blieb, waren Schulden – und Scham. Für unser Gespräch über sein neues Buch „Die Welt im Rücken“ hat er das Kreuzberger Café „Zitrone“ vorgeschlagen: Hier ist es auch an einem vernieselten Augustnachmittag so leer, dass ungebetene Zuhörer ausgeschlossen sind.

Die Welt: Ihre Störung wurde früh erkannt, doch Sie nehmen erst seit der dritten Phase von Manie und Depression regelmäßig Medikamente. Erstaunlich: Man erwartet heute, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Mehr lesen

 

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